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Tag 22 - 16.Mai
Grand Canyon

Fahrtroute:
Anfahrt zum Grand Canyon
Unterkunft:
Econo Lodge - Williams,AZ - ordentliches Motel mitten im Ort. Preis 44$.

Nach kurzem Eiskratzen um kurz vor vier morgens (!) ging es los - dem Sonnenaufgang entgegen. Auf dem Weg standen zwar zweimal Elche mitten auf der Fahrbahn, doch durch beherztes Bremsen, Licht ausschalten und Hupen haben wir sie erfolgreich zurück in den Wald geleitet... .

Sonnenaufgang am Grand CanyonSelbst um die recht unfaire Uhrzeit waren schon dutzende Menschen am Viewpoint. Teilweise kamen einige in kurzen Sachen um bibbernd vor Kälte bei knapp über 0° auszuharren. Allerdings hat der folgende Sonnenaufgang uns und alle übrigen wartenden voll für's frühe Aufstehen entschädigt! Es ist einfach eine phantastische Kulisse, die recht plötzlich in ein helles Licht getaucht wird. Vom North Rim aus müsste das ganze wohl noch genialer sein, da man dort die Sonne im Rücken hat.

Blick hinab in den CanyonNach zwei Stündchen Schlaf nachholen im Auto wollten wir dann doch einmal ein Stück in den Canyon hinabsteigen. Der Bright Angel Trail führt insgesamt um ca. 700 Meter in die Tiefe bis zu einer Plattform, von der aus man dann den Colorado immerhin sehen kann. Der Trail ist aber als Tagestour empfohlen mit einer Übernachtung unten auf der Indian Garden Ranch. Da dort jedoch eine Voranmeldung notwendig ist, haben wir uns entschlossen nur die ersten zwei der vier Haltepunkte anzulaufen um danach wieder umzukehren. Bis dort waren es immerhin 491 Höhenmeter und ca. eineinhalb Stunden.

Uns wurde auch schnell klar, warum der Weg nach Indian Garden und zurück nur von gut konditionierten Personen an einem Tag geschafft werden kann (und auch nur wenn man schon um 6:00-7:00 startet): waren es oben am Canyonrand noch 15° (gegen 11:00), so herrschte am zweiten Haltepunkt schon eine irre Hitze. Außerdem gibt es auf der Strecke keinen Schatten! Im Sommer ist die Tour also innerhalb eines Tages überhaupt nicht zu empfehlen.

Grand CanyonDer Aufstieg war dann nach einer längeren Pause noch recht locker ebenfalls in eineinhalb Stunden zu schaffen. Oben angekommen sahen wir dann aber irgendwie verdammt staubig aus. Trotzdem ging es noch mit dem Shuttlebus den West Rim Drive entlang, an dem wir dann auch einmal den Colorado direkt sehen konnten.

Alles in allem war der Grand Canyon auf jeden Fall einen Besuch wert. Er ist zwar nicht der schönste aller Naturparks, doch auf jeden Fall sehr eindruckvoll. Durch den Weg hinab bekommt man erst eine wirkliche Vorstellung der Dimensionen. Der einzige Nachteil war, daß hier wirklich jeder Tourist vorbei muß und bereits in der Vorsaison dutzende von Reisebussen ankamen, so daß hier keiner mit einem einsamen Naturerlebnis rechnen darf.

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